Nehmen Sie einen Brotaufstrich aus dem Supermarkt und lesen Sie die Zutaten. In der überwiegenden Mehrheit der Fälle ist die zweite oder dritte Zutat Palmöl. Es ist das billigste verfügbare Fett: günstig, geschmacksneutral und verleiht eine glatte, einheitliche Konsistenz. Aber den Preis zahlen diejenigen, die es essen, und die Umwelt.
Warum Unternehmen Palmöl verwenden
Palmöl ist das meistproduzierte pflanzliche Fett der Welt. Der Grund ist einfach: Die Ölpalme liefert bis zu 10-mal mehr Öl pro Hektar als Soja oder Sonnenblume. Das macht es für die Lebensmittelindustrie extrem kostengünstig.
In Brotaufstrichen spielt Palmöl eine technische Rolle: Es ist bei Raumtemperatur fest (dank seines hohen Gehalts an gesättigten Fettsäuren) und gibt dem Aufstrich die dichte, streichfähige Konsistenz, die alle kennen. Ohne Palmöl braucht man Alternativen — und Alternativen kosten mehr.
Das Umweltproblem
Laut WWF ist der Anbau von Ölpalmen für die Abholzung von rund 27 Millionen Hektar tropischen Regenwaldes verantwortlich — eine Fläche so groß wie Neuseeland. Das hat direkte Auswirkungen auf die Artenvielfalt (der Lebensraum der Orang-Utans hat sich in 20 Jahren um 50% verringert) und auf die CO2-Emissionen (die Zerstörung tropischer Torfmoore setzt enorme Mengen an Treibhausgasen frei).
Das ernährungsphysiologische Problem
Palmöl enthält etwa 50% Palmitinsäure, eine gesättigte Fettsäure, die laut WHO mit einem Anstieg des LDL-Cholesterins in Verbindung gebracht wird. Die EFSA hat zudem potenziell krebserregende Kontaminanten (3-MCPD-Ester und Glycidylester) identifiziert, die bei der Raffinierung entstehen, mit besonders besorgniserregenden Werten in Produkten für Kinder.
Die Alternativen, die wir verwenden
In unseren Brotaufstrichen ersetzen wir Palmöl durch:
- Sonnenblumenöl — reich an Vitamin E und ungesättigten Fettsäuren, sorgt für cremige Konsistenz ohne die Belastung durch gesättigte Fette
- Kakaobutter — liefert die bei Raumtemperatur nötige Struktur, mit einem Aromaprofil, das natürlich zu Nüssen passt
Kostet diese Kombination mehr als Palmöl? Ja, deutlich. Aber das Ergebnis ist ein Aufstrich, bei dem der Geschmack der Hauptzutat — Pistazie, Haselnuss, Mandel oder Kokosnuss — rein ankommt, ohne den fettigen, anonymen Filter des Palmöls.
So lesen Sie das Etikett richtig
Die europäische Gesetzgebung schreibt vor, die spezifische Art des verwendeten Pflanzenfetts anzugeben. Worauf Sie achten sollten:
- „Palmöl" oder „Palmfett" — enthalten, wenn möglich meiden
- „Pflanzliche Fette (Palm, Kokos)" — enthalten, oft in einer Liste versteckt
- „Sonnenblumenöl" + „Kakaobutter" — saubere Alternative
- „Natives Olivenöl extra" — die Premium-Wahl (in unserem Pesto verwendet)
Achten Sie auch auf die Angabe „ohne Palmöl" mit einem Sternchen, das auf „ersetzt durch gehärtete pflanzliche Fette" verweist — in diesem Fall ist die Lösung schlimmer als das Problem.
Der Geschmack macht den letzten Unterschied
Der ultimative Test ist einfach: Öffnen Sie ein Glas industrielle Pistaziencreme und eines handwerklicher Creme ohne Palmöl. Beim ersten ist die Farbe gleichmäßig leuchtend grün (Farbstoffe). Beim zweiten ist die Farbe zart, natürlich, mit Nuancen. Am Gaumen hat das erste eine glatte, aber anonyme Textur. Das zweite hat die Körnigkeit echter Nüsse und einen Geschmack, der bleibt.